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Der Französische Revolutionskalender

Vorwort

Die linksrheinischen Personenstandsregister wurden um 1800 nach dem Französischen Revolutionskalender geführt, sodass es heute für die Benutzer dieser alten Dokumente erforderlich ist, die Daten nach dem Gregorianischen Kalender umzurechnen. Um diesen Umstand zu vereinfachen, habe ich 1985 den kompletten Revolutionskalender im Vergleich zum Gregorianischen Kalender umgerechnet und in gedruckter Form herausgegeben. Die Auflage ist vergriffen und wird nicht mehr neu aufgelegt. Der Kreis der Interessenten ist dafür zu klein. Als Ersatz stelle ich hiermit die kompletten 14 Jahre im Format DIN A4 ins Internet. Diese Jahresübersichten können komplett als PDF-Datei kostenlos heruntergeladen werden.

Ich hoffe, damit Standesbeamten und Familienforschern einen Dienst zu erweisen. Aber auch allen geschichtlich interessierten Personen sollen diese Kalender bei der Umdatierung helfen.

 

Beschreibung

Seit dem 14. Juli 1790, dem ersten Jahrestag des Revolutionsbeginns, rechnete die Revolution nicht mehr nach christlichen Jahren, sondern nach Jahren der Freiheit. Den Jahresanfang legte man jedoch in Anlehnung an den christlichen Kalender wieder auf den 1. Januar, sodass am 1. Januar 1791 bereits das 3. Jahr der Freiheit begann.
Am 22. September 1792, dem 4. Jahr der Freiheit, wurde die Republik ausgerufen und die Jahreszählung wieder geändert. Man rechnete nun nach Jahren der Republik. Den Jahresanfang änderte man nicht. Deshalb zählte man schon ab dem 1. Januar 1793 das 2. Jahr der Republik.
Am 5. Oktober 1793 erließ der Nationalkonvent ein Gesetz, das eine völlig neue Zeitrechnung einführte. Der bekannte und bewährte christliche Kalender wurde damit ganz abgeschafft.
Die Merkmale des Französichen Revolutionskalenders:

Das Jahr begann am 22. September 1793, Mitternacht mit der wahren Herbstnachtgleiche. Der Beginn der Zeitrechnung wurde auf den 22. September 1792 zurückverlegt, dem Tag der Ausrufung der Republik.

FRK

 

 

Ein Jahr hatte 12 Monate à 30 Tagen. Die Monate hießen:

  1. Vendémiaire = Weinmonat
  2. Brumaire = Nebelmonat
  3. Frimaire = Reifmonat
  4. Nivôse = Schneemonat
  5. Pluviôse = Regenmonat
  6. Ventôse = Windmonat
  7. Germinal = Keimmonat
  8. Floréal = Blütenmonat
  9. Prairial = Wiesenmonat
10. Messidor = Erntemonat
11. Thermidor = Hitzemonat
12. Fructidor = Fruchtmonat

Die restlichen fünf Tage wurden als Feiertage angehängt. Man nannte sie sansculottides. Ab dem 24. August 1795 benannte man diese Tage um in jours complémentaires Ergänzungstage. In den Schaltjahren wurde ein sechster Ergänzungstag, der Tag der Revolution, hinzugefügt.

Die Ergänzungstage hießen:

  1. Fête des actions
  2. Fête du génie
  3. Fête du travail
  4. Fête de l'opinion
  5. Fête des recompenses
  6. Fête de la Révolution

Die Woche wurde abgeschafft. Der dreißigtägige Monat hatte 3 Dekaden mit den Tagen: primidi, duodi, tridi, quartidi, quintidi, sextidi, septidi, octidi, nonidi und décadi. Jeder 10. Tag war ein Ruhetag.
Jeder Tag hatte ab Mitternacht gerechnet 10 Stunden, jede Stunde 100 Minuten und jede Minute 100 Sekunden. Damit war die radikale Abkehr vom christlichen Kalender perfekt.
Die neue Einteilung des Monats in 3 Dekaden und die neue Tagesteilung waren die wichtigsten Gründe dafür, dass sich der Revolutionskalender nicht durchsetzen konnte. Am 31. März 1802 wurden die Dekaden wieder abgeschafft und die siebentägige Woche wieder eingeführt. Uhren für das dezimale Zeitsystem gab es ohnehin nicht.
Die restliche Kalenderverwirrung hielt dann auch nicht mehr lange an. Durch ein Dekret Kaiser Napoleons vom 9. September 1805 lief der Französische Revolutionskalender am 31. Dezember 1805 aus.
Er flammte durch revolutionäre Gruppen am 31. Dezember 1871 noch einmal kurz auf, konnte sich jedoch nicht mehr durchsetzen.
Die Verwirrung, die der Französische Revolutionskalender damals in Frankreich anstiftete, hatte auch starke Auswirkungen auf die französisch beeinflussten linksrheinischen Gebiete Deutschlands.